Die Ketten des Todes sind zerbrochen! – Ostern 2026

Liebe Mitchristen, liebe Leserinnen und Leser!
Wir kennen es alle: Wenn ein Kind an den Schuhen einen Knoten hat, der so fest ist, dass es ihn nicht lösen kann: dann braucht es jemanden, der ihm dabei hilft. Dann braucht es jemanden, der es nicht sitzen lässt. Sondern der sich Zeit nimmt und den Knoten löst. Oder ein anderes Beispiel: die berühmte Lichterkette vom Weihnachtsbaum. Die kann sich leider so richtig verheddern – so, dass wir sie nicht mehr auseinander bekommen. Dann brauchen wir jemanden, der uns hilft. Damit die Kette wieder befreit ist von ihren Verstrickungen.
Verknotungen, Verstrickungen – die gibt’s auch in unserem Leben. Manches bekommen wir nicht alleine gelöst. Da können wir uns noch so anstrengen – wir schaffen es nicht allein. Zum Beispiel, wenn sich Dilemma-Situationen auftun. Wenn wir vor Entscheidungen gestellt werden, die so schwer zu treffen sind, dass wir den Eindruck haben, daran zu zerbrechen. Oder auch, wenn wir merken, dass wir uns selbst verstrickt haben. Wenn wir bildlich gesprochen in eine Sackgasse geraten sind, in der es nicht mehr weitergeht. Wo wir merken, dass wir uns ändern müssen, um die Situation zu lösen.
Verstrickungen gibt`s aber nicht nur in unserm persönlichen Leben. Sondern auch, wenn wir in unsere Welt schauen: Denken wir an die Epstein-Akten, die vor kurzem in den USA veröffentlicht wurden, die unglaubliche Verstrickungen der Sünde offenlegen, die uns in einen Abgrund des Bösen blicken lassen. Denken wir an die Verstrickung der Staaten in die Kriege in unserer Welt, in der Ukraine, im Nahen Osten und an anderen Orten. Denken wir daran, wie teuer der Sprit mittlerweile geworden ist, sodass man sich mehr als zweimal überlegt, wann man denn am besten tankt – da kann man schonmal Knoten in den Kopf bekommen.
Es gibt Verknotungen und Verstrickungen, die wir alleine niemals lösen können; die uns so manches Mal ratlos zurücklassen; die uns Sorgenfalten ins Gesicht treiben; die uns vielleicht sogar Angst machen. Ostern sagt uns: Wir sind nicht allein! Wir werden nicht sitzen gelassen mit unserer Angst, mit unseren Fragen und Zweifeln. Sondern da ist jemand, der uns hilft; der unsere Knoten löst; der unsere Ketten sprengt; der uns aus unseren Fesseln befreit. Sogar aus den Fesseln der Sünde – dann, wenn wir uns verrannt haben. Der uns aus den Fesseln des Bösen befreit. Und sogar aus den Fesseln des Todes! Im Exsultet, dem uralten feierlichen Gesang zu Beginn der Osternacht, heißt es: „Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg!“
Genau das feiern wir an Ostern! Die Ketten des Todes sind zerbrochen! Die Verstrickungen des Bösen sind gelöst! Jesus Christus sprengt die Ketten des Todes! Er löst uns aus unseren Verstrickungen! Er befreit uns von allem, was uns runterzieht! Die erste Botschaft des Auferstandenen an seine Jünger lautet: „Fürchtet euch nicht!“ Vertrauen wir IHM von neuem! Lassen wir uns von der österlichen Hoffnung auf IHN anrühren! Und lassen wir uns von Jesus Christus mitreißen: raus aus der Verstrickung hinein in seine Freiheit; raus aus dem Bösen zum Guten hin; raus aus der Dunkelheit hinein ins Licht!
In der Osternacht begehen wir in jedem Jahr die Erneuerung des Taufversprechens. Wir sagen NEIN zu allem Bösen. Wir sagen JA zum Guten, zu Gott. Wir bitten ihn, dass er uns aus aller Verstrickung heraus löse. Damit wir frei werden; damit wir froh werden; damit wir in unserem Leben etwas von der Ewigkeit Gottes erfahren können. Durch sein Opfer am Kreuz und seine Auferstehung löst Jesus Christus die Fesseln des Todes. Er löst auch unsere Verknotungen und Verstrickungen. Er befreit uns von den Fesseln der Dunkelheit und führt uns hinein in das Licht des ewigen Lebens.
Feiern wir in diesem Glauben das Osterfest 2026! Lassen wir uns mit hineinnehmen in das größte Geheimnis unseres Glaubens! Die Liebe Gottes, die er uns durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes erweist, möge die Fesseln in unserem Leben lösen und uns hineinführen in die Freiheit seiner Ewigkeit! Im Namen des Leitungsteams, des Seelsorgeteams und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich Ihnen allen frohe und gesegnete Ostern!
Dekan Dr. Jonas Weller

