Taizé-Fahrt 2026

Mit 21 Jugendlichen, darunter auch Firmlinge, machten sich die Pastoralen Räume Daun und Bernkastel-Kues vom 19. bis 26. Juli gemeinsam auf den Weg nach Taizé. Begleitet wurde die Gruppe von Pastoralassistentin Katharina Wilwers und Kaplan Jens Bauer. Das kleine Dorf im französischen Burgund wird jedes Jahr zum Treffpunkt für tausende junge Menschen aus aller Welt.

Nach der langen Fahrt hieß es zunächst: Taschen tragen, Zelte aufbauen und Schlafplätze einrichten.
Schon dabei zeigte sich, was diese Woche prägen sollte: Gemeinschaft beginnt ganz praktisch. Wer eine
Zeltstange übrig hatte, half dort, wo gerade eine fehlte. Inmitten der Zelte entstand schnell ein
gemeinsamer Platz – zum Erzählen, Spielen, Tanzen und natürlich auch zum Chillen.
„Taizé kann man nicht beschreiben – man muss es einfach erleben.“
Das Leben in Taizé ist bewusst einfach. Zum Tagesprogramm gehörten gemeinsame Mahlzeiten,
Bibeleinführungen, Gesprächsgruppen und auch ganz alltägliche Dienste. Putzen gehört eben ebenfalls
zur internationalen Jugendbegegnung. Damit mehrere tausend Menschen miteinander leben können,
packen alle mit an und nehmen Rücksicht aufeinander.
Auch das Essen war Teil dieser Erfahrung. „Die Mahlzeiten waren am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber
mit der Zeit lernte man sie richtig zu schätzen“, meinte eine Teilnehmerin. Mit einfachen Mitteln wurden
täglich rund 2.500 Jugendliche versorgt – und niemand musste hungrig bleiben.
Das Herzstück: Gebet, Gesang und Stille
Morgens, mittags und abends versammelten sich alle in der großen Versöhnungskirche. Die Gebete mit
den meditativen Taizé-Gesängen, kurzen Schriftlesungen und einer längeren Zeit der Stille wurden
schnell zu einem festen und geschätzten Rhythmus. Was für manche zunächst ungewohnt klang,
verging oft erstaunlich schnell.
Besonders eindrucksvoll war die „Nacht der Lichter“. Von Kindern wurde das Licht in die Kirche getragen
und anschließend von Kerze zu Kerze weitergegeben, bis tausende kleine Flammen den Raum erfüllten.
Ein starkes Zeichen dafür, dass Gottes Licht nicht bei uns selbst bleiben soll, sondern weitergetragen
werden möchte.
Auch die persönliche Gebetszeit am Kreuz bewegte viele. In der stillen Atmosphäre konnten Sorgen,
Fragen und Hoffnungen vor Gott gebracht werden. Gerade diese schlichte Geste wurde für manche zu
einem besonders tiefen Moment der Woche.
Begegnungen, Gespräche und Oyak
In den Bibeleinführungen und den anschließenden Kleingruppen kamen die Jugendlichen mit
Gleichaltrigen aus verschiedenen Orten und Ländern ins Gespräch. Es ging um biblische Texte, aber
ebenso um persönliche Erfahrungen, Zukunftspläne, Glaubensfragen und aktuelle Themen. Ernsthaftes
Nachdenken und herzliches Lachen lagen dabei oft ganz nah beieinander.
In der freien Zeit war besonders das Oyak beliebt. Am Abend trafen sich dort Jugendliche aus vielen
Nationen, redeten, musizierten, sangen, tanzten und lachten miteinander. Kaffee und Eis gehörten für
manche fast ebenso selbstverständlich zum Tagesablauf wie Gebet und Bibelgruppe.
Auch innerhalb der Gruppe aus Daun und Bernkastel-Kues wuchs im Laufe der Woche eine lebendige
Gemeinschaft. Wie sehr die Taizé-Erfahrung nachwirkte, zeigte sich noch auf der Rückfahrt: Trotz großer
Müdigkeit wurde im Bus weitergesungen. Offenbar hatten die Lieder nach einer Woche noch genügend
Kraft – und die Jugendlichen irgendwie auch.
„Taizé ist einfach anders.“
So fasste Finja die Woche zusammen. Für sie steht schon jetzt fest, dass dies nicht der letzte Besuch an
diesem besonderen Ort gewesen sein wird. Zurück bleibt die Erinnerung an eine Woche voller Gebet und
Stille, Musik und Begegnungen, neuer Freundschaften und einer Gemeinschaft, die weit über diese
sieben Tage hinaus nachklingt.
(Text: Kaplan Jens Bauer)
